{"id":4050,"date":"2026-09-07T20:53:29","date_gmt":"2026-09-07T20:53:29","guid":{"rendered":"https:\/\/hegering-s\u00fcdbrookmerland.de\/?p=4050"},"modified":"2026-09-07T20:53:30","modified_gmt":"2026-09-07T20:53:30","slug":"neues-jagdgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hegering-s\u00fcdbrookmerland.de\/?p=4050","title":{"rendered":"Neues Jagdgesetz"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Novelle des Nieders\u00e4chsischen Jagdgesetzes 2026<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der nieders\u00e4chsische Landtag hat mit seinem Beschluss vom 23. Juni 2026 den Weg f\u00fcr ein neues nieders\u00e4chsisches Jagdgesetzes freigemacht. Das Gesetz wird in K\u00fcrze, einen Tag nach seiner Verk\u00fcndung, in Kraft treten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Zum Hintergrund:<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die regierungstragenden Parteien hatten in ihrem Koalitionsvertrag f\u00fcr die aktuelle Legislatur vereinbart, das bestehende Jagdgesetz mit dem Ziel einer waid- und tierschutzgerechten, zeitgem\u00e4\u00dfen und \u00f6kologischen Orientierung zu \u00fcberpr\u00fcfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Kabinett hat in seiner Sitzung im April 2026 einem Gesetzentwurf zur \u00c4nderung des Nieders\u00e4chsischen Jagdgesetzes (NJagdG) zugestimmt und an den Landtag weitergeleitet..&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die wichtigsten \u00c4nderungen im \u00dcberblick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Baujagd im Naturerbbau&nbsp;wird k\u00fcnftig verboten sein. Weiterhin zul\u00e4ssig bleibt die Baujagd mit Hunden im Kunstbau. Diese k\u00fcnstlichen Tunnelsysteme mit gut zug\u00e4nglichem Kessel und ohne Sackgassen verbessern den Tierschutz bei der Bejagung sowohl f\u00fcr den Hund als auch das Wildtier. Kaninchen d\u00fcrfen mit der Hilfe von Frettchen weiterhin im Naturerdbau bejagt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Der&nbsp;Einsatz von Totfangger\u00e4ten wird k\u00fcnftig untersagt. Einzige Ausnahme: Ei-Abzugseisen gegen Steinmarder im befriedeten Bezirk d\u00fcrfen weiter eingesetzt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Lebendfallen d\u00fcrfen ab dem 1. April 2028 ausschlie\u00dflich mit digitalen Meldern verwendet werden. So wird die Verweildauer des Tieres in der Lebendfalle verk\u00fcrzt.<\/li>\n\n\n\n<li>Landwirtinnen und Landwirte haben bereits jetzt nach dem geltenden Tierschutzgesetz sicherzustellen, dass vor der Bearbeitung von Gr\u00fcnland die landwirtschaftliche Fl\u00e4che auf&nbsp;Wildtiere, wie beispielsweise Rehkitze oder Hasen abgesucht wird, damit sie nicht im M\u00e4hwerk verletzt oder get\u00f6tet bzw. \u00fcberfahren werden. Grunds\u00e4tzlich werden diese Fl\u00e4chen vor der Bearbeitung von den J\u00e4gerinnen und J\u00e4gern abgesucht. Sollte dies in vereinzelten F\u00e4llen nicht erfolgen, m\u00fcssen die&nbsp;Jagdaus\u00fcbungsberechtigten k\u00fcnftig dulden, dass Ma\u00dfnahmen zur Wildrettung auch von den Fl\u00e4chenbewirtschaftenden veranlasst und durchgef\u00fchrt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Im Rahmen des Jagdschutzes d\u00fcrfen&nbsp;wildernde Hunde&nbsp;nur noch eingefangen und&nbsp;nicht mehr get\u00f6tet&nbsp;werden. Sollte dennoch von Hunden eine tats\u00e4chliche Gefahr f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen, stehen der Polizei Befugnisse aus dem Polizei- und Ordnungsrecht zu.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Erlaubnis zur&nbsp;T\u00f6tung wildernder Katzen wird eingeschr\u00e4nkt: k\u00fcnftig d\u00fcrfen nur noch wildernde und erkennbar verwilderte Tiere geschossen werden, wenn sie sich mindestens 350 statt bislang 300 Meter von einer Wohnbebauung entfernt aufhalten.<\/li>\n\n\n\n<li>Jagdgehege, die auf eine Bejagung aus kommerziellen Zwecken ausgerichtet sind, sind auch aus Sicht der J\u00e4gerschaft weder waidgerecht noch zeitgem\u00e4\u00df. Sie werden sp\u00e4testens nach einer f\u00fcnfj\u00e4hrigen \u00dcbergangsfrist ab Inkrafttreten des Gesetzes&nbsp;ge\u00f6ffnet werden. Die \u00dcbergangsfrist dient dazu, im Jagdgehege eine&nbsp;angemessene Reduktion der Wildbest\u00e4nde durchzuf\u00fchren, mit dem Ziel negative Auswirkungen auf angrenzende Fl\u00e4chen zu minimieren.<br>Bisher war es m\u00f6glich die&nbsp;J\u00e4gerpr\u00fcfung ohne vorherigen Ausbildungslehrgang&nbsp;abzulegen. K\u00fcnftig ist dieser Lehrgang im Vorfeld der praktischen und theoretischen Pr\u00fcfung Pflicht.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Verordnungserm\u00e4chtigung f\u00fcr die J\u00e4ger- und Falknerpr\u00fcfung wird um eine&nbsp;verpflichtende jagdliche Ausbildung&nbsp;sowie die&nbsp;Anerkennung von Ausbildungsst\u00e4tten&nbsp;erweitert. Die entsprechende Verordnungs\u00e4nderung \u00fcber die J\u00e4ger- und die Falknerpr\u00fcfung soll zeitnah ver\u00f6ffentlicht werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Die bisher von den Jagdaus\u00fcbungsberechtigen zwingend j\u00e4hrlich zu erstellenden Abschusspl\u00e4ne f\u00fcr Rehwild wird abgeschafft.<\/li>\n\n\n\n<li>Mussten die Pl\u00e4ne bislang von den Jagdbeh\u00f6rden der Landkreise und kreisfreien St\u00e4dte beziehungsweise der Region Hannover genehmigt und deren Einhaltung kontrolliert werden, wird k\u00fcnftig die Eigenverantwortung der Grundbesitzenden sowie Jagdp\u00e4chterinnen und -p\u00e4chter gehandelt. Mit der Abschaffung der Abschusspl\u00e4ne f\u00fcr Rehwild verlieren alle bestehenden Abschusspl\u00e4ne mit Inkrafttreten des neuen Jagdgesetzes ihre G\u00fcltigkeit.&nbsp;Bei Rotwild und Damwild&nbsp;sieht das Gesetz grunds\u00e4tzlich dreij\u00e4hrige Abschusspl\u00e4ne vor. Den unteren Jagdbeh\u00f6rden steht es frei, einen einj\u00e4hrigen Abschussplan verlangen.<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00fcnftig gilt das Fangen und T\u00f6ten bestimmter schadensstiftender Tierarten im befriedeten Bezirk als beschr\u00e4nkte Jagdaus\u00fcbung. Mit dieser klarstellenden Erg\u00e4nzung muss der J\u00e4ger&nbsp;keine zus\u00e4tzliche Schie\u00dferlaubnis&nbsp;mehr beantragen.<\/li>\n\n\n\n<li>Pflicht zur Troph\u00e4enschau wird abgeschafft. Die Jagdbeh\u00f6rde kann dies nur noch f\u00fcr den Bereich von Hochwild-Hegegemeinschaften anordnen.<\/li>\n\n\n\n<li>Wer sich als Mitglied einer&nbsp;Jagdgenossenschaft&nbsp;vertreten lassen m\u00f6chte, muss dies k\u00fcnftig&nbsp;nicht mehr von einem Notar beglaubigen&nbsp;lassen.<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn in einem Jagdrevier keine ausreichende&nbsp;Nutria-Bek\u00e4mpfung&nbsp;stattfindet, kann die Jagdbeh\u00f6rde in Absprache mit dem Nieders\u00e4chsische Landesbetrieb f\u00fcr Wasserwirtschaft, K\u00fcsten- und Naturschutz (NLWKN) eine Bejagung \u2013 auch durch Dritte, wie beispielsweises Berufsj\u00e4ger \u2013- anordnen. Somit wird eine sogenannte Duldungspflicht f\u00fcr Revierinhaberinnen und Revierinhaber eingef\u00fchrt.<br><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong style=\"caret-color: rgb(0, 0, 0); color: rgb(0, 0, 0); white-space: normal;\">Wolfsmanagement<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 2. April ist das Gesetz zur \u00c4nderung des Bundesjagdgesetzes und zur \u00c4nderung des Bundesnaturschutzgesetzes in Kraft treten. Die&nbsp;Tierart Wolf unterliegt nun dem Bundesjagdrecht. Ziel der Landesregierung ist es den&nbsp;Weidetierschutz zu st\u00e4rken und auf Schadereignisse schnell, rechtssicher und unb\u00fcrokratisch mit gezielten Entnahmen reagieren zu k\u00f6nnen.&nbsp;\u00dcbergeordnet gilt es, den Weidetierschutz durch gezielte Bejagung schadensstiftender W\u00f6lfe und ggf. Wolfsrudel zu unterst\u00fctzen und zugleich den nieders\u00e4chsischen Beitrag zum g\u00fcnstigen Erhaltungszustand der Tierart Wolf zu gew\u00e4hrleisten.&nbsp;Um ein aktives Wolfsmanagement f\u00fcr Niedersachsen gestalten zu k\u00f6nnen, wurde \u00a7 36 NJagdG ge\u00e4ndert:&nbsp;K\u00fcnftig sind f\u00fcr den Wolf nicht mehr die Jagdbeh\u00f6rden der Landkreise zust\u00e4ndig, sondern die obere Jagdbeh\u00f6rde im Landwirtschaftsministerium.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Falle eines Wildunfalls wird der Wolf wie jedes andere verunfallte Wild behandelt, so dass jede Person mit g\u00fcltigem Jagdschein oder eine entsprechend fachkundige Person einen schwerverletzten Wolf t\u00f6ten und von seinem Leid erl\u00f6sen darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr dazu finden Sie in der Pressemitteilung:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-1 wp-block-paragraph\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">&#x27a1;<\/mark> <a href=\"https:\/\/www.ml.niedersachsen.de\/presse\/pressemitteilungen\/ministerin-staudte-mehr-tierschutz-weniger-burokratie-und-rechtliche-grundlage-fur-ein-wolfsmanagement-das-den-herdenschutz-starken-wird-251889.html\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-black-color\">https:\/\/www.ml.niedersachsen.de\/presse\/pressemitteilungen\/ministerin-staudte-mehr-tierschutz-weniger-burokratie-und-rechtliche-grundlage-fur-ein-wolfsmanagement-das-den-herdenschutz-starken-wird-251889.html<\/mark><\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:37px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Novelle des Nieders\u00e4chsischen Jagdgesetzes 2026 Der nieders\u00e4chsische Landtag hat mit seinem Beschluss vom 23. Juni 2026 den Weg f\u00fcr ein neues nieders\u00e4chsisches Jagdgesetzes freigemacht. Das Gesetz wird in K\u00fcrze, einen Tag nach seiner Verk\u00fcndung, in Kraft treten. 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